Anreise 28.- 30. Mai
Mit drei Wochen Verspätung können wir endlich in die Bretagne abfahren. Bis dahin sind es 991 km. Die teilen wir auf drei Tage auf und fahren abwechslungsweise. Am ersten Abend sind wir in Mandeure bei Montbéliard, am zweiten Abend südlich von Orléans und dann kommen wir in der Bretagne an, in Dinan.
Dinan 30. - 31. Mai
Im hübschen mittelalterlichen Städtchen parkieren wir unter dem grossen Viadukt, extra für Camper ausgewiesen, am Sonntag gratis. Zu Fuss nehmen wir die steile Abkürzung auf die Stadt. Da geniessen wir den schönen Ausblick. Nach dem Besuch der Basilika St. Sauveur lassen wir uns zu einem Rosé nieder und stossen auf unsere Reise an. Wir schlendern etwas durch die Gassen, steigen auf der berühmten Rue du Jerzual hinunter an die Rance, die am Samstagabend voll belebt ist.
Am Sonntagmorgen steigen wir die Rue du Jerzual hinauf. Es hat sehr wenig Leute und mit der Bewohnerin hinter dem schönen Gartenfenster kommen wir ins Gespräch. Wir erklimmen die Tour de l`Horloge. Heute ist es grau und trotzdem schön. Am Mittag fahren wir nach Cancale.
Cap de Grouin 31. Mai - 2. Juni
Auf dem Campingplatz erhalten wir einen Platz in der ersten Reihe mit direkter Meersicht und auf den Mont St. Michel. Dort haben wir letztes Jahr die Tour de Normandie aufgehört. Das Glück der tollen Sicht wollen wir richtig geniessen und bleiben darum zwei Nächte.
Am nächsten Tag um 6 Uhr stehe ich auf um den Sonnenaufgang zu fotografieren, schlafe aber nochmals zwei Stunden. Später wandern wir auf dem Zöllner weg ums Cap de Grouin. So eine Weitsicht. Hans hat auf Mapy eine Rundtour von 12 km gefunden. Es ist heiss und leider haben wir die Badehosen vergessen. Wir freuen uns auf ein Bier und eine Galette auf dem Campingplatz. Es gibt leider keine mehr, nur noch die Buchweizenfladen. Die nehmen wir mit und füllen sie selber. Sehr fein – fait à la maison.
Ile de Besnard
Auf dem Weg nach St. Malo wandern wir um die Halbinsel Ile de Besnard. Es ist sonnig und heiß, plötzlich wird es bedeckt und dunkel. Ich behaupte, dass wir nicht nass werden. Denkste, kaum sind wir im offenen Gelände entleert sich eine Wolke und wir werden seeehr nass. Hans findet es gar nicht lustig und geht sehr schell. Nach fünf Minuten hört es wieder auf und windet so, dass wir beim Bänz wieder trocken sind.
Rothéneuf
In einem Felsengarten gibt es Steinfiguren zu besichtigen. Sie wurden von Abbé Fouré (1839-1910) mit Hammer und Meissel gestaltet. Er hatte einen Schlaganfall, wurde gehörlos, sprachlos und langweilte sich sehr in der Gemeinde. Er erhielt die Möglichkeit in diesem privaten Garten zu arbeiten, weil er in der Öffentlichkeit nicht durfte. Seine Figuren sind biblische Gestalten, Fabelwesen, Dämonen aber auch Situationen aus dem Alltag.
St. Malo 2. - 3. Juni
Nach einem Einkauf fahren wir auf den P+R Platz Paul Féval in St. Malo. Auch dort gibt es einen Bereich für Camper. Der Platz kostet 7.50€ für 24 h und dazu gratis Busfahrt in die Innenstadt. Das machen wir sofort, schlendern noch etwas durch die Gassen und essen in einer Creperie die ersten Galetten, ich eine bretonische mit Wurst und Hans mit Käse und Ei.
Am nächsten Morgen fahren wir um 10 Uhr in die Stadt und umrunden sie auf der Stadtmauer. Es weht ein steifer Wind.
Um 11 Uhr erhält Hans die sehr erleichternde Botschaft, dass die neuen Verträge auf dem Notariat endlich unterschrieben sind. Das müssen wir feiern. Wir streifen noch etwas durch die Gassen.
Zwischen St. Malo und Dinard fahren wir über das älteste Gezeitenkraftwerk, welches die breite Mündung der Rance sperrt. Es wurde von 1946 bis 1966 gebaut. In der Staumauer sind 24 Rohr-Kaplanturbinen und Generator mit je 10 MW Leistung eingebaut, also maximal 240 MW Leistung bei einem Tidenhub von 8 Metern. Im Jahr wird ca. 600 GW elektrische energie produziert.
Allerdings ist Vorsaison und nur Samstags mit Führung zu besichtigen. Also fötelen wir von aussen und ruhen uns auf dem kleinen Camping Les Étangs in La Richardais aus.
Cap Fréhel 4. - 5. Juni
In St.Cast-le-Guildo wollen wir die 38 m hohe Säule sehen, die Napoleon III errichten liess zu Ehren der Bretonen, die 1758 erfolgreich gegen die Engländer gekämpft hatten. Als sie in der Defensive waren, stimmten sie ein keltisches Kampflied an, zwangen einige walisische Kämpfer zur Desertion und gewannen. So banden sie die englischen Eroberungsgelüste für lange Zeit zurück. Was für Irrwege fahren wir dafür ab! Kaum haben wir den Plan aufgegeben, entdecke ich die Säule.
Wir fahren zum Cap Fréhel. Keine Chance einen Parkplatz für Camper zu finden. Es hat etwa für acht Platz, aber fünf haben so grosszügig oder dumm parkiert, dass keiner mehr dazukommen kann. Wir fahren wieder ab und finden einen lauschigen Camping municipal in der Nähe. Es bläst ein steifer Wind und das Wandern wäre beschwerlich. Also verschieben wir es auf den nächsten Tag.
Später spazieren wir zum Meerufer und erleben Toben und Brausen. Es ist Ebbe. Nachts um 22.30 Uhr ein letztes Bild der Flut.
Um 9.15 Uhr wandern wir am nächsten Tag los auf dem Zöllnerweg Richtung Cap Fréhel. Das tosende Meer, rundherum Heide und der Leuchtturm vor Augen gehen wir eineinhalb Stunden sozusagen alleine. Zwei Solothurner überholen uns und wir tauschen schöne Reiseziele aus. Beim Cap gibt es einen Znüni und dann wandern wir zurück, 12 km in dreieinhalb Stunden.
Saint-Brieuc 5.- 6. Juni
Nach Pause und Einkauf fahren wir nach Saint-Brieuc und stellen uns auf einen hübschen Campingplatz am Bach. Ich koche Spargeln und Fusillis. Wir sind müde, es war ein reicher anstrengender Tag.
Am Samstag wandern wir um 9.30 Uhr los alles dem Bach nach in die Stadt. Dort ist Markt. Wir kaufen frisches Gemüse und Terrine. Austern haben wir beide nicht gerne, ebenso Foie grasse. Macht nix. Es gibt viele andere feine Spezialitäten. Für etwas Kultur besuchen wir die Kathedrale St. Etienne.
Saint-Quay-Portrieux 6. - 9. Juni
Im grössten Regen lesen wir den höchsten Platz aus mit Sicht übers Meer. Hier wollen wir drei Nächte bleiben und den Reisebericht schreiben. Wir merken, dass uns beim Einbruch in der Garage auch das Kabel für das iPad gestohlen wurde. Zum Glück ist am Montag Markt im Ort.
Am Sonntag nehmen wir es gemütlich, montieren den neuen Vorhang und wandern später zum nächsten Cap, zu Pointe Bec de Vir.
Am Montag laufen wir bei sonnigem Wetter los, eine Stunde bis zum Markt auf dem Zöllnerweg. Wir finden Kabel und wunderbare Erdbeeren. Vor der Heimkehr trinken wir Kaffee und Tee in einer Bar. Kaum sind wir drinnen, wird sie voll und draussen plätschert der Regen. In unseren Regenschutz verpackt gehen wir auf der Strasse zurück, weil der Weg kürzer ist. Gegen Abend wird es wieder sonnig











































































